Was ja auch zu erwarten ist, wenn man in Little India nächtigt, aber die überwältigenden Menschenmassen waren dann doch eine Überraschung. Es stellte sich heraus, dass gerade das indische Food Festival stattfand und deswegen die Straßen in weitem Umfeld mit selbigen (aber ausschließlich Männer!!!) gefüllt waren. Natürlich hatte uns mal wieder das Essen in diesen Bezirk gelockt und wir kamen vom Frühstück bis zum Abendbrot echt auf unsere Kosten. Auch die Atmosphäre war total angenehm, weil in den Erdgeschossen der bunt gestrichenen Häuser alle möglichen, indischen Läden und viele Restaurants und Cafés sind, wo die Männer den ganzen Tag Tee trinken und Cricket gucken. Es gibt dort kaum Verkehr und alles duftet nach Gewürzen.

Trubel in little India

Trubel in little India

Ansonsten ist Singapur ein Staat voller Regeln und Verbote, die scheinbar alle befolgt werden. Die Stadt ist wie geleckt, es ist wahnsinnig sauber und alles erscheint einem pinibel in seinen Bahnen zu verlaufen. Das ist schwer zu erklären und vielleicht erschien uns das nur so extrem, weil wir aus dem halbwegs chaotischen Laos und dem leicht korrupten Thailand kamen. Die Regierung hält die Bürger stets dazu an, durch Bildung und Fleiß für eine florierende Wirtschaft und ein hohes Einkommen zu sorgen, was sich dann in den ganzen schicken Gebäuden, teuren Boutiquen und Restaurants widerspiegelt. Es gibt auch hier viele Hochhäuser, die aber alle viel nobler und architektonisch interessanter gestaltet sind.

Auf den 57 Meter hohen Marina Towers (in denen sich ein Hotel befindet) ist eine Aussichtsplattform mit riesigem Dachgarten inkl. Restaurant und Pool. Nach reiflichen Überlegungen gönnten wir uns den Besuch für 10€ Eintritt. In Thailand oder Laos wären das zwei Übernachtungen oder gar zehn Mahlzeiten gewesen… Von der Höhe konnte man das ganze, kleine Land überblicken, die vielen Baustellen zählen und das Meer voller Frachter und Boote sehen.

auf den Marina Towers

auf den Marina Towers

Unsere Unterkunft hier war eigentlich noch einen Zacken schärfer als in Kuala Lumpur, denn für ganze 30 Singapur Dollar (15 €) hatten wir ein abschließbares Abteil in einem großen Schlafsaal mit einem Hochbett. Nix Tisch, nix Schrank, nix Bad, dafür aber frische Luft und die typische Hostel-Geräusch-Geruchskulisse: rülpsende Engländer, kichernde Koreaner, Spiegelei mit Fischsauce um 2Uhr nachts, Türen knallen dann wieder ab 6Uhr morgens…

Nur Paarungslaute blieben uns dank der schmalen Hochbetten erspart.

Auch in Singapur strolchten wir durch den botanischen Garten und verbrachten dort unseren letzten Abend in Asien.