Da wir schon mehr als einen Monat das Meer nicht mehr gesehen hatten und weil uns die Möglichkeit reizte, Flussdelphine zu sehen, ging es in den tiefen Süden Laos‘ in das Gebiet der Viertausend Inseln (im Mekong).
Diesmal gibt es nur zwei erzählenswerte Anekdoten zur Fahrt nämlich Laosch, den Säufer und die Grillhühnchen-Sourroundattacke. Der gute Laosch war ein bärtiger, betrunkener, leutseliger Mitreisender, der sich verbeugte, auf sich zeigte und „Laosch!“ sagte. Unsere Antwort „Germany.“ rief nur ein bedächtiges Kopfnicken hervor, so dass man nicht wusste, ob dies der Zweck der Übung war. Ansonsten war er permanent am Sabbeln und Kichern und löste allgemeine Heiterkeit im ganzen Bus sowie eine gewisse Geruchsbelästigung aus. Diesmal reisten wir mit einem Minibus mit ca. 10 Passagieren und es gab zumindest keine Überbelegung. In einem Örtchen wurde dann rechts rangefahren und noch bevor wir richtig standen, kamen aus dem Schatten ca. 30 Damen angesprungen, die Getränke, Snacks und vor allem aber ganze Hühnchen anboten, in dem sie alles durch die Fenster in den Bus und damit in unsere Gesichter stachen. Die Hühnchen am Spieß waren platt wie Flundern und fanden reißenden Absatz- der Anblick, wie durch jedes Fenster so ein platter Gockel angeflattert kam, war schon sehr köstlich (im wahrsten Sinne)… Schade, dass wir nicht hungrig waren.
Auf der ersten und größten Insel „Don Khong“ blieben wir zwei Nächte, am Tag dazwischen bezwangen wir den Großteil der Insel per Rad. Innerhalb von drei schweißigen Stunden umrundeten wir den oberen Teil stets in Küstennähe und durchquerten sie schließlich in flimmernder Hitze, aber abgesehen von Reis, Reis, Büffeln und Seerosen gab es nicht viel zu sehen.

Palme im Reisfeld
Aus Sicht einer zahnlosen Omi war es jedoch ein Großereignis als wir triefnassen, hechelnden Touris in deren Kiosk einfielen und eine grüne Fanta (abartig, der Geschmack ist unbeschreiblich!) wegzischten, denn Wasser gab es leider nicht. Beim nächsten Stop in einem Grillrestaurant (jeder Tisch hat seinen eigenen kleinen Grill) stellten wir unsere Wirtin vor ein nahezu unlösbares Problem, da wir unseren Eistee und die Flasche Wasser nicht passend zahlen konnten. In Laos ist es so, dass es ja nur Scheine gibt, aber offenbar zu wenige. Egal wo und wie viel man zahlen (1000 Kip ist der kleinste Schein) bzw. wiederbekommen müsste, es ist nie das passende Geld da. So passiert es überall, dass auf dem Markt erst mal die Verkäuferinnen rumrennen und -fragen müssen, wer Geld wechseln/leihen kann. Tja, nur dass diesmal weit und breit keine andere Lokalität in Sicht war. Also watschelte sie zu sämtlichen Nachbarn, um die Scheinchen zusammen zubekommen. Da Nebensaison war, machte Don Khong einen noch verschlafeneren Eindruck, als es sonst schon der Fall sein muss, aber zum Relaxen, Radeln und Reisgucken war es schön.
Die Überfahrt nach Don Kone wäre dann fast ins Wasser gefallen, bzw. wäre Nico fast aus dem Boot geschmissen worden, denn er diskutierte bzw. stritt mit dem Organisator um den schon gezahlten Preis, der dank mehr Mitfahrern eigentlich sinken sollte. Nach langem Lamentieren gab der Typ ihm endlich Recht und das Geld wieder und wir konnten die Fahrt an den vielen Inseln vorbei doch noch genießen.

auf dem Mekong
Auf Don Kone fanden wir ein günstiges, einfaches Bungalow, mal wieder mit Flussblick und Hängematte. Mit den Eingang-Stramplern klapperten wir sämtliche „Sehenswürdigkeiten“ ab, die diesen Namen nur selten verdienten und schon gar nicht das Prädikat „impressive“ (eindrucksvoll). Es gab eine alte Brücke zur Nachbarinsel Don Det, über die zu Kolonialzeiten mal eine Eisenbahn fuhr, deren Gleise nun als Radweg dienten und eine olle Eisenbahn selbst (eine winzige, ranzige, simple Lok) und einen „Badestrand“, also ein Stück sandiges Flussufer. Ui, Wahnsinn! Trotzdem machte die Radtour viel Spaß, denn die Insel hat viele, nicht extra ausgeschilderte, aber umso nettere Ecken. Wir sahen zwar ein paar kambodschanische Hügel, aber nach den Flussdelphinen hielten wir umsonst Ausschau, obwohl wir extra in der Abenddämmerung wieder an den Aussichtspunkt düsten. Daher erkundigten wir uns nach Preisen und Bedingungen für eine Bootsfahrt, die dann für 8Uhr früh am nächsten Tag geplant wurde. Als wir uns dann morgens enthusiastisch auf die Drahtesel schwangen, staunten wir nicht schlecht, als in dem Pförtnerhäuschen an der Brücke zum ersten Mal jemand saß, der uns anhielt und dann auch noch völlig verschlafen Geld von uns verlangte. Wir waren uns sicher, dass man nur für die Brückenbenutzung zahlen müsse (darum haben wir ja auf Don Kone geschlafen und nicht auf Don Det!), aber er versuchte uns klar zu machen, dass jeder pro Tag eine Pauschale als Eintritt für die ganzen Sehenswürdigkeiten zu zahlen hätte. Also drehten wir einfach um und nahmen den weniger bequemen Weg in Kauf, zahlten aber nicht. Unser Bootskapitän verdarb uns dann noch mehr die Laune, als er uns eröffnete, dass ja die Delphine in kambodschanischem Gewässer schwämmen und man daher nochmal extra für ein Visum zahlen müsste, was den Bootspreis dann fast verdoppelte. Am Vorabend hatten wir deshalb extra nach dem Preis gefragt, weil unsere Zeit in Laos bald vorbei war, und wir mit unseren restlichen Kip rechnen mussten (man bekommt das Geld nicht zurückgetauscht). Da wir für den Bootstrip inkl. Visum nun doch extra nochmal Geld hätten abheben müssen und weil der Typ nicht mit dem kompletten Preis rausgerückt ist, ließen wir ihn einfach stehen und fuhren wieder zurück.
Offenbar verdirbt der Tourismus die Leute ganz schön, denn was wir dort in Si Phan Don erlebt haben, reicht schon fast an die südthailändische Abzocke heran.