Der Grenzort Houay Xai ließ es sich nicht anmerken, dass man nun nicht mehr in Thailand war. Gut, die Leute waren entspannter, das Essen teurer, die Floskeln fremd und vor allem die Währung abnorm. Als Einstand hoben wir an unserem ersten Tag mal eben Ein-und-eine-halbe-MILLION Kip ab und hatten mit den ganzen Tausender-Scheinen zunächst unsere liebe Not.

Laut Reiseführer ist das Reisen an sich in Laos eine rechte Herausforderung, da die Straßen meist genau wie die Busse in einem abenteuerlichen Zustand sind und man darauf vorbereitet sein soll, dank einer Panne im middle of nowhere zu stranden. Außerdem kann es passieren, dass die Busse dank fehlender Eisenbahn zum Transport von Mopeds, Vieh und sämtlichem anderen Hab und Gut genutzt werden und es daher etwas beengt sein kann. Weiterhin kam der Hinweis, dass man angereichte Kotztüten nicht verschmähen soll, man würde schon noch feststellen, warum.

Nach einer Nacht in Houay Xai bestiegen wir also mit gemischten Gefühlen und einem pannenfreundlichen Vorrat an Essen und Getränken den Bus nach Luang Nam Tha. Es war jeder Platz belegt und das Dach voll bepackt, aber die einzige Kuriosität war ein mitreisender Papagei, der seinen durchdringenden Ruf jedoch nur alle Stunde hören ließ. Die gewundene Straße durch stark bergiges Gelände forderte nach einiger Zeit ihren Tribut und die Benutzung der Tüten, aber komischerweise nur bei den Einheimischen. Da aber alle Fenster geöffnet waren, war auch das kein Poblem. Die Qualität der Straße war hervorragend und da sie sich teilweise noch im Bau befand, wurde so manche Zwangspause eingelegt. Später erfuhren wir, dass die Chinesen für den Ausbau dieser Route verantwortlich sind, da sie sich so einen Handelsweg nach Bangkok schaffen wollen. Dankeschön dafür!

Recht beruhigt und mit ersten Eindrücken von Laos versorgt kamen wir ganz entspannt in Lunag Nam Tha an. Alles also (scheinbar) halb so wild!