Nach dem wir dann doch noch eine Nacht in Hua Hin bleiben mussten, ging es am 30.04. auf nach Pranburi, um den Nationalpark „Khao Sam Roi Yot“ (300 Bergspitzen) anzuschauen und dort hoffentlich auch zu nächtigen. Die Zugfahrt betrug nur eine halbe Stunde, aber der Zug war rappelvoll. Ein netter Thai scheuchte ein paar andere zusammen und so kuschelte man bei 45°C zu dritt oder viert auf einer Zweimann-Bank. Hätte sich ein kleines Mädchen nicht an meinen Rücken geschmiegt, um zu schlafen, hätte ich doch glatt gefroren… 🙂 Mit den Zügen in Thailand ist es so: es gibt schon einen Fahrplan, aber beim Ticketkauf wird einem dann eine „aktuelle“ Abfahrtszeit genannt und der Zug kommt dann noch min. eine halbe Stunde später. Manchmal gibt es Klassen, in denen es verschiedene Plätze gibt und Waggons mit Air Con oder Ventilator und es gibt Strecken, wo es nur dritte Klasse gibt und keine Reservierung. Bisher war es immer recht voll, so dass auch Leute samt Gepäck in den Gängen stehen. Addiert man noch die Horde von Verkäufern mit Getränken, Süßigkeiten und kompletten Mahlzeiten, die sich alle Minute schwerstbepackt durch die Gänge schiebt, hat mein ein quirliges, hitziges und schwitziges Gemisch.
Am Bahnhof Pranburi war dann völlig tote Hose, keine Taxis und keine Mofas. Laut Lonely Planet (unsere Reisebibel) sollte alle halbe Stunde ein Tuk Tuk (Mopedmotor in einer Dreikantfeile mit ca. acht Sitzplätzen auf dem Anhänger) fahren, der Bahnbeamte meinte, das gebe es seit fünf Jahre nicht mehr. Wir haben dann doch ein Taxi gefunden und mussten 400 Baht (stolze 10€) berappen. Dass der Fahrer unseren gewünschten Zielort nicht verstand erklärte sich dann in Bang Pu, wo klar wurde, dass man nur per Boot oder über einen steilen Bergpfad nach Haet Lam Sala Beach kommt. In Anbetracht der Rucksäcke entschieden wir uns dann doch fürs Boot.
Am Strand angekommen wurden wir dann zwar gefragt, ob wir ein Bungalow möchten, als wir ja sagten, verschwanden jedoch alle Mitarbeiter. Also folgten Robert und ich den Schildern zur Nationalverwaltung. Als wir dann ratlos einer Felswand mit einem schmalen Steinpfad und einem Wanderstockverleih (!) gegenüberstanden, fragten wir noch einmal nach der Verwaltung und wurden tatsächlich den Weg hoch geschickt. Also marschierten/ kletterten wir los und es ging eine halbe Stunde bergauf. Erstaunlicherweise herrschte ein reger Verkehr auf dem Pfad und von dreijährigen Kindern bis zur Omi war alles dabei. Völlig nassgeschwitzt (und ich meine auch VÖLLIG; der Schweißrand endete am jeweiligen Saum eines jeden Kleidungsstückes) erreichten wir dann eine riesige Höhle und waren uns (erneut) sicher, dass wir hier falsch waren. Ärgerlicherweise hatten wir keinen Fotoapparat dabei und waren auch nicht in der Stimmung, die Höhle zu bestaunen. An einem Getränkestand wurden wir auf die Frage, wo denn die Verwaltung wäre zurück zum Strand geschickt. Stark!!! Das Schild wurde auf dem Rückweg nochmal begutachtet und es zeigte tatsächlich von der Nationalparkverwaltung weg…

Loooobööööört and guitar
Das Zweiraumbungalow war sauber, statt einer Dusche gab es ein Becken mit einer Plastikschüssel, statt einer Toilette ein thailändisches Stehklo und das Bad lag quasi IN Roberts Zimmer. Laut Lonely Planet sollte es diverse Restaurants und Picknickstellen geben, aber das war wohl noch nicht mal vor fünf Jahren so. Ein Restaurant mit muffigen Mitarbeitern sollte uns in den nächsten zwei Tagen ernähren. Die Landschaft war jedoch wunderschön und da alle Besucher nur die Höhle ansehen wollten, war der Strand menschenleer.

Felsen und Strand und keene Menschenseele!
Die meiste Zeit verbrachten wir am Strand, bei einem Ausflug zu Fuß zurück nach Bang Pu haben Nico und ich eine Herde Affen beobachten können.
Nach zwei Nächten ließen wir uns zurückschippern und machten uns auf dem Weg gen Süden…