… sind eine Traumlandschaft aus grünen Hügeln, Steilküsten, Kliffen und Buchten, in der man Seelöwen, Pinguinen und Delphinen begegnet.

Nachdem ich in Invercargill WIEDER ungewollt eine Pause einlegen musste (diesmal wartete ich auf eine Überweisung, aber zum Glück in der Sonne) tauchte ich in diese Umgebung ein und fand mich mal wieder im Paradies wieder. Am ersten Tag sah ich meine ersten Seelöwen und hatte wieder das Glück, Hector’s Dolphins beobachten zu können. Der Campingplatz befand sich auf einer Steilküste und direkt unterhalb von meinem Schlafplatz watschelten am Abend die seltenen Yellow-eyed Pinguins nach vollbrachtem Tagewerk zu ihren Schlafplätzen. Diese Reise über ca. 30m zog sich über eine Stunde hin, denn neben ewigen Pausen gab es Steinstufen zu erspringen und eine Distanz zu überhumpeln, die für so einen kleinen Kerl nach einem anstrengenden Jagdtag nicht zu unterschätzen ist. Es ist einfach nur süüüüß, wie diese „Vögel“ sich fortbewegen und sie fallen tatsächlich immer mal wieder auf den Schnabel und rappeln sich dann ganz verdutzt wieder auf.

Wasserfall in den Catlins

Wasserfall in den Catlins

Auf dem Weg durch die Catlins kam ich an zwei spektakulären Wasserfällen vorbei, die diesmal ausnahmsweise echt malerisch und eindrucksvoll waren. Auf dem Campingplatz lernte ich einen Kanadier kennen, mit dem ich einen Strandspaziergang über Seelöwengebiet unternahm, der uns fast um Kopf und Kragen brachte. Nach kurzer Absicherung in alle Richtungen gönnten wir uns ein Päuschen unterhalb der Dünen und ratzten im Sonnenschein fast ein, bis ich was rascheln hörte. „Hmm, war wohl nüscht“ – und weitergechillt. RASCHEL!!! diesmal mit mehr Nachdruck und diesmal guckte ich statt nach links und rechts ausnahmsweise mal nach OBEN zum Kamm der Düne. Und wer starrt mich da aus seinem furchteinflößenden Gesicht vorwurfsvoll an?! Der absolut riesigste Seelöwen-Bulle des ganzen Strandes hat anscheinend oberhalb von unserem Platz ein Nickerchen gemacht und stolperte nun auf dem Weg ins Meer über dies zwei dürren Fischchen. Keine zwei Meter über uns ragte also sein Riesenschädel aus dem Sand empor und mit einem Herzhaften „FUCK!“ sprang ich auf, griff meine Tasche und den Kanadier und sprintete 20m weit in Sicherheit. Mister Bulle hatte es dann doch nicht eilig und machte es sich erst mal auf den in der Eile zurückgelassenen Schuhen bequem, um ein Sandbad zu nehmen. Als er sich dann doch bequemte, weiterzurobben (und da malten wir uns aus, wie es wohl wäre unter einer Tonne Seelöwenfett im Sand zerquetscht zu werden) rettete Kanada dann wagemutig und heldenhaft meine Schuhe und sein Shirt und wir machten uns auf einem Adrenalin-High wieder auf die Socken.

der Oberseelöwe guckt sich meinen Schuh an...

der Oberseelöwe guckt sich meinen Schuh an...

Nach einer Nacht mit Lagerfeuer und Sternenhimmel, inkl. -schnuppen, saßen wir dann morgens in der Bucht fest, denn auf der Zugangsschotterstraße fand eine Rallye statt. Glücklicherweise begegneten wir den nettesten Streckenposten mit dem größten Vorrat an gekühltem Bier, dass sie dann selbstlos mit uns teilten. So harrten wir in Steinhagel und Staub aus und genossen das Rennen, bis wir in einer Pause dann durchgewunken wurden. Zwei Bier statt Frühstück hatten es echt in sich und so legte ich auf dem Weg zurück in die Zivilisation auch gleich mal ein-zwei bilderbuchhafte Drifts hin. Das muss wohl in den Genen liegen, was Papa?! Zum 30. wünsche ich mir ne Rallye-Karre und Unterricht, wenn es so was gibt!!! Frühstück und Päuschen am Strand ließen die Bierwirkung dann schnell abklingen und es ist außerdem weit bekannt, dass ich der übelste Gegner von Alkohol am Steuer bin. Nur die Umstände… Aber nie wieder!