Mein Aufenthalt auf Stewart is schnell beschrieben, wenn ich nicht wanderte (weswegen ich eigentlich gekommen war), spielte ich Tischtennis im Hostel oder Pool im Pub. Nach einem regenreichen Tag konnte ich erstere Aktivität aufgrund von Blasen an den Füßen nicht mehr ausüben, dafür ging ich mit einer Französin im Sonnenschein durch den Matsch spazieren. Dann wurde ich mit dem Pub-Fieber infiziert, denn DER Pub auf Stewart ist einfach ein Muss! Man stolpert da so rein und bestellt seinen ersten Drink, wird sofort in Pool-Spiele und Gespräche verwickelt und bekommt den nächsten Drink spendiert, bevor man den ersten auch nur anrühren konnte. Die Locals sind unfassbar nett und der vielen Touris noch nicht überdrüssig, im Gegenteil. Wenn der Pub dann schließt, geht es weiter zu irgendwem nach Hause. Was in meinem Fall das Haus der Department of Conservation (kurz DOC)- Meute war. Dit sind junge Menschen, die aus Überzeugung oder Tatendrang (oder Langeweile?) für den DOC Ungeziefer ausrotten, Wege instand halten, Unkraut vernichten usw. Die meisten auf Stewart absolvieren das Praktikum als Orientierungsphase, oder um einen Fuß ins DOC zu bekommen. Also Kiwis unter 30 von überall her, die gelernt haben, das Inselleben ereignisreich zu gestalten (jagen, fischen, besoffen und nackt ins Meer springen -ohne mich!).
Meine Chefs im Hostel (Kitty aus NZ und Francois aus der Bretagne) haben mich auch direkt unter ihre Fittiche genommen und schleppten mich ganz in grün gekleidet am St. Patrick’s Day in den Pub, wo die Scavenger Hunt startete. Jedes Team bekam eine laaange Liste, mit Gegenständen, die sie in zwei Stunden auf der Insel finden und mitbringen/ fotografieren mussten. Da waren grüne Unterwäsche, ein Guiness Glas, ein Buch mit „grün“ im Titel, eine DVD mit Patrick Swayze, eine grüne Tomate, ein Shrek-Kuscheltier, grüner Wackelpudding und so weiter und so grün. Mein Team belegte einen stolzen Platz 3 und ich bekam so einige Häuser der Insel von innen zu sehen.
Meine Leber überstand die kontinuierliche Ginschwemme erstaunlich gut und da ich alleine ja nicht trinke, stand ihr auf dem Festland dann ein Urlaub bevor.
So! Stewart Island ist abgesehen von den netten Bewohnern und dem heimeligen Pub wunderschön und ein weiterer Ort mit traumhaften Buchten, Farnwäldern und endlosen Wanderwegen (die ganz tapferen bewältigen einen Rundweg in 11 Tagen!). Ich bekam zwar weder einen Kiwi (-Vogel), noch einen Pinguin zu Gesicht, konnte dafür aber den Kaka-Papagei ganz aus der Nähe beobachten und muss auch zugeben, dass ich mein Interesse nicht in erster Linie den Viechern widmete…