Die ersten zwei Tage wieder solo, genoss ich weiter südlich im Fjordland an einem wunderschönen See in einem fast noch schöneren Wald.

Ganz gemächlich lag ich da lesend in der Sonne rum und spazierte durch den grünsten Wald, den ich je gesehen habe. Jeder Zentimeter Boden und Holz war mit Moos und Farnen bedeckt, keine Menschenseele weit und breit und nur die kleinen neuseeländischen Robin (wie ein Rotkehlchen, bloß mit weißem Latz) hüpften um mich herum und fraßen mir aus der Hand. Die Idylle wurde nur von anmaßenden Sandfliegen (die Stiche jucken min. so schlimm, wie die von Mücken!!!) und Possums getrübt, die Nachts lauthals fauchend um und gegen mein Zelt sprangen.

Dann begann der Regen…

Wie vom Lonely Planet vorhergesagt konnte ich von einem Aussichtspunkt über einer Bucht die seltenen Hector’s Dolphins beobachteten, bis mir die Finger am Fernglas festfroren. Aber ich musste die ganze Zeit grinsen vor Freude…

Kurzzeitig stoppte ich in Invercargill, um die Info heimzusuchen und einzukaufen, hat mir aber nicht besonders gefallen… Eine falsche Abbiegung betrachtete ich dann als Zeichen, doch nach Stewart Island überzusetzen, scheiterte aber daran, dass es weder auf der Insel, noch am Ablegeort („Bluff“, der Name ist Programm, denn der Ort tut nur so, als ob es ein Dorf wäre, es ist sogar noch weniger als das!) einen Geldautomat gab. Also musste ich zurück nach Invercargill, wo ich mit zwei nassen Schuhpaaren, einem ungemütlichen und kalten Aufenthaltsraum auf einem eher ollen Campingplatz ziemlich schlechte Laune bekam. Es war eigentlich das erste mal überhaupt, dass ich kein Bauchgefühl hatte, wohin ich als nächstes wollte. Stewart Island oder gleich in die Catlins? Erstmal saß ich jedenfalls im Regen und im ollen Invercargill fest.

Mit einem Schweitzer zusammen fuhr ich dann doch nach Bluff, um nach Stewart Island rüberzumachen…