Die Einladung von der Fähre stand und ich durfte sogar meine Freunde mitbringen. Spät abends kamen wir in Te Anau an und fanden nach vielem hin und her auch endlich Bonnars Boot. Wir hatten nach einem Bötchen Ausschau gehalten, aber die „Bonnarfied“ war ein Schlachtross von einem Luxuskatamaran. Er hat sie in mühsamer Klein- oder eher Großarbeit wieder hergerichtet und sie konnte sich echt sehen lassen: großzügiger Küchen-, Ess- und Chillout-Raum, Bonnars Luxussuite und dann noch zwei kleinere Räume, in denen theoretisch jeweils vier Leute unterkommen können. Die erste Nacht verbrachten wir nach einigen Begrüßungsbierchen noch im Hafen, aber nach einer Shoppingtour ging es frühstückend endlich los: Sonnenschein und hoher Wellengang. Milford Sound ist eine weitere Fjordlandschaft, in der ein riesiger See durch eine Bergkette vom Meer getrennt ist. Der einzige Landgang erfolgte kurze Zeit später und wir spazierten durch einen wunderschönen, bemoosten Wald zu den „Hidden Lakes“.

die Crew
Die nächsten drei Tage bleiben wir jedoch auf dem Boot. Die meiste Zeit wurde gekocht/gegessen, getrunken, gezockt und natürlich die Landschaft genossen. Normalerweise ist die Gegend für endlosen Nebel und Nieselregen bekannt, aber nach dem Motto „Wenn Engel schippern“ hatten wir nur kurze Schauer und ansonsten viel Sonnenschein. Über Nacht ankerten wir in geschützten Buchten, wobei wir eines Morgens gegen 4Uhr die Leinen los machen mussten, da der Wind drohte, das Boot ins Ufer zu drücken. Unser Privileg, auf einem Privatboot unterwegs zu sein bestand darin, dass wir uns die Route aussuchen konnten und richtig dicht an die spektakulären Wasserfälle herankamen.
Am letzten Morgen genossen wir einen absolut stillen See, in dem sich die Berge unverzerrt im Wasser spiegelten. Da Bonnar für 300$ getankt hatte, habe ich die anderen darauf Aufmerksam gemacht, dass doch jeder 50$ geben könnte, auch wenn wir das meiste Essen bezahlt hatten. Bonnar war großzügig mit seiner Hausbar und kredenzte uns zusätzlich noch selbstgefangenen Fisch (Hai, um genau zu sein. Hätte ich nicht gegessen, wenn ich es vorher gewusst hätte!). Als wir dann mit unseren siebenhundert Sachen wieder an Land gingen, meinten die anderen aber plätzlich, sie hätten ja überhaupt gar kein Geld… Ich war darüber ziemlich aufgebracht und dann auch froh, dass sich unsere Wege an diesem Tag trennten.
der spiegelglatte Milford Sound am Morgen 2
Sie machten die ganze Zeit einen auf „geben, nehmen und teilen“ und waren ganz groß im Thema Gerechtigkeit und dann so ne bekloppte Tour…
Egal, genießt die Bilder, die im Album „english Roadtrip“ zu finden sind!!!