So kamen wir des Nachts in Hahei Beach an, wo Paula und Feargus ein Cottage auf einer Farm gemietet hatten, um dort mit einer bis dahin noch täglich schwankenden Anzahl von Freunden Weihnachten zu feiern und mussten zum ersten mal unser Zelt in prasselndem Regen aufschlagen. Das Cottage war unglaublich gemütlich, heimelig und bequem, mit großer Veranda inklusive atemberaubendem Blick auf die Bucht. Aber auch die Nächte im Garten waren in unserem glücklicherweise regendichtem und windsicheren Zelt recht behaglich.

unser Cottage von innen

unser Cottage von innen

Am nächsten Tag wurde Nico direkt vom Bauern auf dem Quad entführt um mit Hilfe der Hunde die Bullen zu jagen, während ich Freundschaft mit dem Esel schloss und man die Schafe piesackte.
Amanda (mit der wir ja ebenfalls bei den verrückten Hosts in Auckland kennengelernt hatten) wurde abgeholt und im Laufe des Tages stieg unsere Zahl auf sieben Personen. Den Nachmittag verbrachten wir in strahlendem Sonnenschein an einem wunderschönen Strand mit blühenden Christmastrees im Hintergrund, Felsenkliffs zu beiden Seiten und kleinen Inseln vor der Nase. Die wagemutigen Kerle stürzten sich in die eisigen Fluten, während die Damen der Schöpfung es sich auf dem Picknickdeckchen gemütlich machten.

Christmas Tree

Christmas Tree

Ich habe vergessen, was es an diesem Abend zu essen gab, aber eins ist sicher: wir kochten und schlemmten in einer Tour und jeder trug sein bisschen dazu bei, dass stets etwas leckeres am Start war. Der Abend klang mit einer Runde „Wer bin ich?“ (mit doppeltem Arnold Schwarzenegger, verrückt!) und endlosen Gitarren-Trommel-Improvisationen aus. Die Iren und Engländer (+eine Amerikanerin) feiern ja erst am 25. Weihnachten und so fand das noch größere Fressen erst am nächsten Abend statt, an dem wir zu elft waren. Diesmal gab es neben irisch-englischen und „deutschen“ Spezialitäten auch gemischte Grillspezialitäten. Mittags waren wir am Hot Water Beach, wo das Wasser durch thermisch-vulkanische Bodenaktivitäten aufgekocht wird. Dort buddelt man sich eine Kuhle in den Sand, wobei es entscheidend darauf ankommt, weder zu dicht an den Hitzequellen noch zu weit weg zu sitzen. Und wehe, es schwappt bei beginnender Flut eine Welle in die „Pools“, dann gibt es kollektives Gruppengejuchtze und aus dem Pool Gehüpfe. Der Strand war nur leider dermaßen überfüllt, dass wir den Rückzug antraten und entschlossen, bei Nacht wiederzukommen.
Großzügigerweise schenkte Nico mir ein Reisemonopoly zu Weihnachten, was neben Risiko so ungefähr mein meißtgehasstes Gesellschaftsspiel ist. Juhuu, jetzt konnten die Regentage kommen (was sie auch leider sehr ausführlich taten)!
Nachts wurde dann am fast menschenleeren Hot Water Beach jedenfalls gebuddelt und geschaufelt, bis wir eine Grube ausgehoben hatten, die groß genug war, elf Leute zu fassen. Unter dem Sternenhimmel wurde dann gebadet und entspannt, bis die Schwarte krachte (was unter Umständen auch mit dem reichlichen Mahl zusammengehangen haben könnte) und man sich zur weihnachtlichen Ruhe begab.
Unseren letzten Tag in Coromandel ließen wir mit einem Spaziergang zu einer berühmten Bucht ausklingen, der Abschied vom Cottage und von der netten Weihnachtsgesellschaft, die sich nach und nach auflöste, fiel schon recht schwer. So hängten wir noch eine gemeinsame Nacht auf einem Campingplatz mit dem harten Kern dran, die dann aber im Regen endete, welcher wiederum für einige Wochen gar nicht mehr endete.
Das war das unkonventionellste Weihnachten überhaupt und wir haben unsere Familien schon auch vermisst, aber andererseits war es eine grandiose Erfahrung, Weihnachten am Strand in so erlauchter Gesellschaft zu verbringen.

Cathedral Cove

Cathedral Cove