Von Cooyar fuhren wir erstmal nach Brisbane zurück, in der Hoffnung dort direkt einen Van zu finden, zu kaufen und so schnell wie möglich loszufahren. Nachdem wir das Internet durchsucht und nichts Verfügbares gefunden hatten, zogen wir etwas demotiviert in Richtung Hostels los, weil wir hofften, dass dort etwas passendes auf der Straße zu finden war. Auf dem Weg erspähte ich an einer Kreuzung einen Van mit einem echt guten Paintjob, aber lächerlichem Motiv und einem großen „for sale“ Schild. Als wir uns skeptisch näherten, stellten wir fest, dass die Besitzer ziemlich ratlos drinsaßen, diskutierten und auf Nicos Frage (typisch Nico!) „Is your van for sale?“ etwas gereizt antworteten. Es stellte sich heraus, dass Omer und Joseph in drei Tagen nach Israel zurückfliegen würden und den Van offenbar nicht verkauft bekamen. Sie waren sogar so weit, ihn einfach stehen zulassen. Das war genau die Situation, auf die Nico gehofft hatte und so stieg er mit lächerlichen 1000$ in die Verhandlungen ein. Da wir das Auto erstmal von einem Mechaniker durchchecken lassen wollten und es schon relativ spät war, überfielen wir Wayne und Fiona, fuhren direkt zurück nach Windaroo und ließen die Jungs nach einem gemeinsamen Abendessen auf der Straße vorm Haus schlafen.

Die genaue Schilderung der folgenden, nervenaufreibenden Tage spare ich mir mal, nur so viel: es war nervenaufreibend! Nach vier Tagen hatten wir den Van endlich auf meinen Namen registriert und mit 1400$ für einen Mazda E 2000 von 2000 mit 210 000 km ein absolutes Schnäppchen gemacht.

Unsere Arbeit an dem Vehikel begann damit, dass wir zunächst das ganze Innenleben rausgerissen, alles geschrubbt und desinfiziert haben (das Auto selbst, sämtliches Geschirr und die Boxen, in denen der ganze Krempel untergebracht war). Nachdem wir den schmierigen Dreckfilm und miefigen Männergeruch los waren blieb „nur noch“ die eindeutig zu psychedelische Innenraumbemalung (Regenbogen pur!) und der Ausbau der Karre. Eine ganze Woche verbrachten wir mit täglichen Baumarkt- und Fachgeschäft-Besuchen, sodass man uns schon mit Namen und Handschlag begrüßte. Unser ewiger Held ist Steve aus der Bauholz-Abteilung, der eigentlich Tischler ist und Nico kurzerhand zu sich nach Hause einlud und uns das komplette Schrank-Bett-Küchen-System in seiner Freizeit gebaut hat. Von 14Uhr bis 21Uhr hat er ein Millimeter-genaues, total praktisches und auch noch gut aussehendes Innenleben gezaubert, bei dessen Benutzung wir stets dankbar an ihn denken!

Ein Highlight in dieser Bauphase war der Ikea-Besuch, bei dem 300$ für Geschirr, Bettwäsche und Co draufgingen, und der mit einer Daim-Torte gefeiert wurde. Ein Tiefpunkt war das Sprühen des Innenraums, dem Nico zuerst mit Spraydosen zu Leibe gerückt ist, die leider gar nicht gedeckt haben, so dass wir am Ende echt eine elektrische Farbsprüh-Pistole gekauft haben. Auch dann waren noch vier Schichten nötig, um den Regenbogen-Style und sämtliche Peace-Zeichen loszuwerden und alles in einem wunderschönen Sonnenblumengelb erstrahlen zu lassen. In dieser ganzen Zeit waren wir permanent in der Zwickmühle, dass wir ja einerseits unsere vier Stunden arbeiten wollten, aber andererseits so schnell wie möglich los wollten. Da der Van echt ein 14Stunden/Tag-Projekt war, haben wir uns mit Wayne darauf geeinigt uns „freizukaufen“ und so brauchten wir kein schlechtes Gewissen mehr zu haben.

Nun bleibt nur noch zu hoffen, dass wir mit diesem neugestylten Supercamper am Ende ein gutes Geschäft machen können. Wenn man ihn von außen sieht, ist das vielleicht fraglich, aber Baujahr, Kilometerstand, Ausstattung und Gestaltung dürften eigentlich überzeugen!

Unsere Lieblings-Features sind die mit Stoff bespannte Decke, die Vorhänge mit dem gleichen (uuups, auch leicht psychedelischen) Muster und die fantastischen Aufkleber (bunte Eulen und Katzen, Blumen und Schmetterlinge…)!

Auf geht’s endlich in andere Sphären!